Hofmann International Tax Solutions

Beratung ohne Grenzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Haftungsfalle ausländische Lohnsteuer


Häufig werden im Ausland verwirklichte Lohnsteuersachverhalte von den deutschen Arbeitgebern oder ihren Beratern nicht erkannt, was dann im Entdeckungsfall zu erheblichen Lohnsteuerforderungen nach zu einem ungünstigen Lohnsteuertarif, nebst Geldbußen führen kann.

Vielfach wird darauf  vertraut, durch Unterschreiten der 183-Tage-Frist der ausländischen Lohnsteuer zu entkommen. Dabei werden andere lohnsteuerbegründende Sachverhalte innerhalb dieser Frist übersehen. Soweit durch das ausführende Unternehmen, wenn auch unbewusst, eine ertragsteuerliche Betriebsstätte im Ausland begründet wurde, folgt daraus rückwirkend vom ersten Tage an auch die Lohnsteuerpflicht seiner Arbeitnehmer. Das kann etwa dadurch entstehen, dass auf einer Baustelle im Ausland aus einem Container oder einer Unterkunft heraus Entscheidungen zur Ausführung von Bau- oder Montagearbeiten, etwa zur Arbeitseinteilung oder zu technischen Details, getroffen werden.

Noch unerwarteter dürften Sachverhalte sein, in denen die Arbeitnehmer von deutschen Subunternehmern auf der Baustelle Im Ausland den fachlichen Weisungen des Hauptunternehmers unterworfen sind. In diesem Falle gilt der Auftraggeber als wirtschaftlicher Arbeitgeber, was die niederländische Lohnsteuerpflicht des Subunternehmers zur Folge hat.

Diese Konstellation dürfte bei der Arbeitnehmerüberlassung immer gegeben sein, so dass dort regelmäßig die ausländische Lohnsteuerpflicht greift.

Bei rechtzeitiger Analyse können diese Sachverhalte durch Registrierung der Arbeitnehmer in die richtige Bahn gelenkt werden.

 

Haftungsfalle Lohnsteuer bei Entleihen von ausländischen Arbeitnehmern


Gemäß § 42d VI EStG haftet im Falle der Arbeitnehmerüberlassung der Entleiher für die bei den Arbeitnehmern angefallene Lohnsteuer.

Diese Bestimmung führt insbesondere dann bei den Entleihern zu unerwarteten Zahlpflichten, wenn die Arbeitnehmerüberlassung oder die Lohnsteuerpflicht in Deutschland nicht erkannt werden.

Diesbezüglich gibt es verschiedene Haftungsfallen, die  insbesondere unter Beteiligung ausländischer Verleiher oder Subunternehmer für unangehme Überraschungen sorgen.

Übt z.B. der Entleiher die faktische und fachliche Aufsicht über die entliehenen Arbeitnehmer aus, so liegt unabhängig davon , ob mit dem Verleiher ein als solcher bezeichneter Arbeitnehmerüberlssungsvertrag geschlossen wurde oder nicht, eine Arbeitnehmerüberlassung im Sinne des § 42d VI vor. Das gilt auch dann, wenn das Papier mit "Werkvertrag" überschrieben wurde.

Dadurch wird zugleich bewirkt, dass der deutsche Entleiher/Hauptunternehmer als wirtschaftlicher Arbeitgeber anzusehen ist, was wiederum vom ersten Tage an die deutsche Lohnsteuerpflicht zur Folge hat.

Da der ausländische Verleiher/Subunternehmer als Schuldner dieser Lohnsteuer in der Regel diese in Deutschland nicht bezahlt und hier auch regelmäßig kein Vermögen hat, rückt der deutsche Entleiher/Hauptunternehmer in die Haftung nach der eingangs zitierten Vorschrift ein.

Eine klare Fallanalyse vor Beginn der Beschäftigung ist deswegen unverzichtbar.

Dazu gehört im Übrigen auch die Abklärung der sozialversicherungsrechtlichen Situation der Arbeitnehmer.

Geheimtipp Bulgarien


Bulgarien, der Geheimtipp für Steuersparmodelle und Facharbeiterpotential. Das Land auf dem Balkan verdient nicht nur wegen seiner soliden Haushaltswirtschaft Beachtung. Mit einem rechtsformunabhängigen Ertragssteuersatz von 10%, einer funktionierenden Verwaltung und seinem Reservoir von motivierten Facharbeitern, muss sich jeder Unternehmer fragen, ob er davon nicht für seine Zwecke Gebrauch machen will.


Wir unterhalten eine Kooperation mit einer Fullservice Beratungsfirma in Sofia, die zusammen mit uns alle Gründungsfragen und die spätere operative Phase zu fairen Tarifen begleitet.

 

Mehr Infos über unser Büro Hamburg bei Herrn Rechtsanwalt Sadowski und auf unsere Homepage Steuerberatung Bulgarien 


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Überblick über das bulgarische Steuerrecht


Einführung

Investitionen in Bulgarien sind nicht nur wegen der niedrigen Personalkosten für Investoren interessant, sondern auch aufgrund des bulgarischen Steuersystems. So besteht im Bereich der Einkommen- und Körperschaftsteuer ein einheitlicher Steuersatz von 10% (Flat Tax Rate), wobei für bestimmte Unternehmen wie beispielsweise Schifffahrtsunternehmen und Unternehmen aus der Glückspiel- und Wettbranche ein besonderer Steuersatz gilt.


Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Bulgarien ist seit dem 1. Januar 2007 Mitglied der Europäischen Union, so dass die Niederlassungsfreiheit der Europäischen Union gilt und die Mutter-Tochter-Richtlinie (Richtlinie 90/435/EWG des Rates über das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten) zur Anwendung kommt. Daneben hat Bulgarien mit fast allen Industrieländern Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, so auch mit der Bundesrepublik Deutschland.


Steuerpflicht natürlicher Personen

Natürliche Personen unterliegen in Bulgarien ähnlich wie in Deutschland mit ihrem „Welteinkommen“ der Besteuerung. Unbeschränkt steuerpflichtig ist, wer seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Bulgarien hat. Soweit sich weder der Wohnsitz noch der gewöhnliche Aufenthalt in Bulgarien befinden, unterliegen zumindest die aus bulgarischen Quellen stammenden Einkünfte einer beschränkten Steuerpflicht.

Das bulgarische Steuerrecht unterscheidet zwischen folgenden Einkunftsarten:

•    Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
•    Einkünfte aus gewerblicher und/oder selbstständiger Tätigkeit
•    Einkünfte aus Kapitalvermögen
•    Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von beweglichem und unbeweglichem Vermögen
•    sonstige Einkünfte

Wie oben bereits erwähnt, beträgt der Einkommensteuersatz seit dem 1. Januar 2008 10%. Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer ist die Summe der Einkünfte, vermindert um gegebenenfalls bestehende Verlustvorträge. Wie in Deutschland gilt das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Die Berücksichtigung von persönlichen Freibeträgen ist seit dem Jahre 2008 so gut wie nicht mehr möglich. 

Steuerpflicht juristischer Personen

Auch für juristische Personen gilt das „Welteinkommensprinzip“. Personengesellschaften werden als eigenständige Steuersubjekte angesehen, bei denen wie bei den juristischen Personen die Besteuerung auf Ebene der Gesellschaft erfolgt.

Juristische Personen unterliegen der bulgarischen Körperschaftssteuer, wenn sie ihren Sitz oder ihre Geschäftsleitung in Bulgarien haben. Hierzu zählen folgende Gesellschaftsformen:

•    Aktiengesellschaft (aktizionerno driujestvo – a.d.)
•    Gesellschaft mit beschränkter Haftung (druzhestvo s ogranichena otgvornost – o.o.d.)
•    Kommanditgesellschaft (komanditno druzhestvo – k.d.)
•    Offene Handelsgesellschaft (sabiratelno druzhestvo – s.d.)
•    Kommanditgesellschaft auf Aktien (komanditno druzhestvo s aktzii – k.d.a.)

Unternehmen, die weder ihren Sitz noch ihre Geschäftsleitung in Bulgarien unterhalten, unterliegen mit ihren in Bulgarien erzielten Einkünften der beschränkten Steuerpflicht. Hierzu zählen beispielsweise:

•    Zweigniederlassungen
•    Geschäftsstellen
•    Fabrikations- und Werkstätten
•    Bauausführungen und Montagen

Der Körperschaftsteuersatz beträgt, wie oben bereits erwähnt, 10%. Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer ist der Gewinn. Zur Ermittlung des Gewinns sind die in Bulgarien geltenden handelsrechtlichen Vorschriften zugrundezulegen, insbesondere das bulgarische Rechnungslegungsgesetz. Gegebenenfalls ist die Vornahme steuerlicher Korrekturen erforderlich.

Bestimmte Betriebsausgaben sind in Bulgarien nicht abzugsfähig. Einschränkungen der Abzugsfähigkeit gelten auch für die Abziehbarkeit von Zinsen.

Das bulgarische Steuerrecht kennt nur die lineare Abschreibung, wobei die Abschreibungssätze abhängig vom abzuschreibenden Wirtschaftsgut variieren. 

Ein Verlustrücktrag ist im bulgarischen Steuerrecht nicht vorgesehen. Verlustvorträge sind auf fünf Jahre begrenzt.

Steuerfestsetzung

Veranlagungszeitraum ist das Kalenderjahr. Die Wahl eines vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres ist für Unternehmen nicht möglich. Juristische Personen haben die Höhe der Körperschaftsteuer selbst zu berechnen und ihre Steuererklärung bis zu 31. März des dem Veranlagungszeitraum folgenden Kalenderjahres bei der für sie zuständigen Finanzbehörde einzureichen. Für natürliche Personen ist die Abgabefrist der 15. April des Folgejahres.

Hinzurechnungsbesteuerung nach dem AStG

Bulgarien gilt als Niedrigsteuerland im Sinne des deutschen Außensteuergesetztes (AStG), so dass Vorsicht geboten ist, soweit eine Unternehmensgründung in Bulgarien nur mit dem Ziel der Steuervermeidung oder Steuerverringerung erfolgt. Bei jeder Investition ist daher zu prüfen, ob nicht gegebenenfalls die Bestimmungen der Hinzurechnungsbesteuerung nach §§ 7 bis 14 AStG zur Anwendung kommen.

 

 


Die Internetseite soll Interessenten lediglich einen Überblick verschaffen, kann aber ein persönliches Beratungsgespräch nicht ersetzen. Der Inhalt wurde unter Beachtung der anwaltlichen Sorgfaltspflichten erstellt. Jede Haftung ist ausgeschlossen.


 

 

 

 

Steuersparmodell Kommanditgesellschaft bei Einkünften in den Niederlanden


Für Steuerpflichtige, die in den Niederlanden als KG organisiert Einkünfte erzielen, Ihren Wohnsitz aber in Deutschland haben, lassen sich Gestaltungen finden, die bei einem Gesamtgewinn in den Niederlanden von beispielweise 90tsd € eine Steuerbelastung von lediglich ca. 6000€ niederländischer Einkommensteuer zur Folge haben.

 

 

Zona Especial Canaria


Einführung

Die Zona Especial Canaria (ZEC) ist ein von der Europäischen Union genehmigtes Niedrigsteuergebiet, das seit dem Jahre 2000 existiert. Dieser zunächst bis zum 31.12.2008 befristete Offshore-Status wurde inzwischen bis zum Jahre 2019 verlängert. Eine weitere Verlängerung ist denkbar.

Die ZEC wurde gemeinsam von der spanischen Zentralregierung in Madrid und der kanarischen Regionalregierung gegründet und ist dem spanischen Wirtschaftsministerium angegliedert.

Ziel der ZEC ist es, die Wirtschaft der Kanaren zu fördern und Investoren anzulocken, um so die Kanarischen Inseln von den vorherrschenden Wirtschaftszweigen Tourismus und Bau unabhängig zu machen. Diese Sondersteuerzone erstreckt sich über die gesamten Kanarischen Inseln (Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera, El Hierro, La Palma).

Die im Register der ZEC (ROEZEC) eingetragenen Unternehmen sind zu bestimmten Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen verpflichtet. Im Gegenzug profitieren sie von Steuervergünstigungen.


Registrierung

Um in den Genuss dieser Steuervergünstigungen zu kommen, ist eine Eintragung in das offizielle Unternehmensregister der ZEC (ROEZEC) erforderlich. Diese Eintragung ist noch bis zum 31. Dezember 2013 möglich.

Für die Antragstellung, die Beratung sowie die Überwachung der im Unternehmensregister der ZEC registrierten Unternehmen (nachfolgend „ZEC-Unternehmen“ genannt) wurde eigens ein Konsortium gebildet, das dem spanischen Wirtschaftsministerium untersteht.

Dieses Konsortium ist auch für die Genehmigung eines Unternehmens als ZEC-Unternehmen und die Eintragung in das ROEZEC zuständig. Investoren, die beabsichtigen, in der ZEC tätig zu werden, müssen zunächst einen Antrag auf vorläufige Genehmigung bei diesem Konsortium stellen. Die Genehmigung oder Ablehnung des Antrags erfolgt in der Regel innerhalb von zwei Monaten. Erst nach Erhalt der vorläufigen Genehmigung wird die Gesellschaft gegründet.

Gründungsvoraussetzungen

Folgende Voraussetzungen müssen für die Registrierung als ZEC-Unternehmen erfüllt sein:

  • Unternehmensneugründung mit der Rechtsformwahl einer juristischen Person
  • Firmensitz und tatsächliche Geschäftsadresse im Geltungsbereich der ZEC
  • Übereinstimmung der Geschäftsaktivitäten des Unternehmens mit der Liste der zulässigen ZEC-Aktivitäten
  • Wohnsitz mindestens eines Geschäftsführers auf den Kanarischen Inseln
  • Durchführung von Mindestinvestitionen in Höhe von 100.000 € (Gran Canaria und Teneriffa) bzw. 50.000 € (übrige Inseln) innerhalb der ersten zwei Jahre nach Eintragung in das ROEZEC
  • Schaffung von mindesten fünf (Gran Canaria und Teneriffa) bzw. drei (übrige Inseln) dauerhaften Arbeitsplätzen innerhalb von sechs Monaten nach Eintragung in das ROEZEC


Niederlassung

Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich können sich an jedem beliebigen Ort der Kanarischen Insel ansiedeln. Dagegen müssen sich Unternehmen, die in den Bereichen Produktion, Verarbeitung, Veredelung oder Warenvertrieb tätig sind, in speziellen Industriegebieten niederlassen. Diese befinden sich zumeist in der Nähe von Häfen und Flughäfen.

Steuerliche Vorteile

Der Körperschaftsteuersatz beträgt derzeit 4 %, wobei Höchstbeträge gelten, die von der Art der Geschäftstätigkeit und der Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze abhängen.

Da die Kanaren zum spanischen Hoheitsgebiert gehören, ist das im Jahre 2011 neu abgeschlossene Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Spanien anwendbar.

Soweit eine als ZEC-Gesellschaft registrierte Tochtergesellschaft einer in der EU ansässigen Muttergesellschaft Gewinne an diese ausschüttet, sind diese Ausschüttungen im Regelfall steuerfrei. Die Mutter-Tochter-Richtlinie (Richtlinie 90/435/EWG des Rates über das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten) findet Anwendung.

Des Weiteren unterliegen die Kanaren nicht der im restlichen Spanien geltenden Umsatzsteuer (IVA). Stattdessen gilt die IGIC (Impuesto General Indirecto Canario), eine nur auf den Kanaren eingeführte Umsatzbesteuerung, mit einem auf 5 % reduzierten Steuersatz.

In der Regel sind ZEC-Unternehmen bei der Lieferung von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen untereinander von der IGIC befreit. Auch für die Einfuhr von Gütern gilt eine Steuerbefreiung von der IGIC.

 


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Madeira Freihandelszone


Einführung

Bei der im Jahre 1987 errichteten Madeira Freihandelszone (MiBC) handelt es sich um ein von der Europäischen Union genehmigtes Niedrigsteuergebiet. Ziel ist es, Investoren anzulocken und die Wirtschaft auf Madeira zu fördern, um den durch die Randlage der Insel bedingten Standortnachteil auszugleichen. Die Förderung dieses Gebiets wird durch eine sehr niedrige Besteuerung erreicht. Um in den Genuss der niedrigen Steuersätze zu gelangen, sind allerdings einige Auflagen zur erfüllen.

Ansiedlung

Für die Nutzung der Steuervorteile ist eine Ansiedlung in der Freihandelszone erforderlich, die sich im Osten von Madeira befindet. Die Gesetzgebung für die Freihandelszone befindet sich im Einklang mit den Vorgaben der EU-Kommission. Alle Firmen sind im portugiesischen Handelsregister eingetragen, haben eine reguläre Steuernummer und werden von der Bank von Portugal sowie der Regierung kontrolliert. Bei den auf Madeira ansässigen Gesellschaften handelt es sich somit um Unternehmen, die sich nur durch den Steuervorteil von anderen portugiesischen Unternehmen unterscheiden.

Es existieren keine Vorgaben für die zu wählende Gesellschaftsform. Die Niederlassungsfreiheit ist gewährleistet und die hierzu ergangenen Urteile des Europäischen Gerichtshofs sind anwendbar. Um aber die Steuervorteile der Madeira Freihandelszone optimal zu nutzen, ist die Gründung einer „Limitada“, die mit der deutschen GmbH vergleichbar ist, empfehlenswert.

Voraussetzungen für die Nutzung von Steuervorteilen

Bei einer Ansiedlung in der Madeira Freihandelszone sind jedoch Auflagen zu beachten. Zunächst ist nicht jede Geschäftstätigkeit auf Madeira erlaubt. Aufgrund des Kampfes der EU-Mitgliedsstaaten gegen die Steueroasen musste die Madeira Freihandelszone die dort zulässigen Tätigkeiten bereits eingrenzen. Unkritisch sind der Im- und Export sowie allgemeine Handelsgeschäfte und Beratungsdienstleistungen. 


Des Weiteren bedarf es eines qualifizierten Geschäftsbetriebes, also eines voll eingerichteten Büros. Die Gründung einer reinen Briefkastenfirma ist nicht ausreichend, um in den Genuss der Steuervergünstigungen zu kommen. Keine Voraussetzung ist, dass ein auf Madeira Ansässiger die geschäftliche Oberleitung innehat.

Für die Nutzung der Steuervorteile ist es erforderlich, Arbeitsplätze zu schaffen, deren Anzahl sich nach der Höhe des Gewinns richtet. Dieser Betrag erhöht sich jeweils, wenn mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, wobei folgende Relation gilt:

  • 1 bis 2 Arbeitsplätze bei 2 Mio. € Gewinn
  • 3 bis 5 Arbeitsplätze bei 2,6 Mio. € Gewinn
  • 6 bis 30 Arbeitsplätze bei 16 Mio. € Gewinn
  • 31 bis 50 Arbeitsplätze bei 26 Mio. € Gewinn
  • 51 bis 100 Arbeitsplätze bei 40 Mio. € Gewinn

Zudem müssen 75.000 Euro investiert werden, wenn innerhalb von zwei Jahren weniger als fünf Arbeitsplätze geschaffen werden.

 

Steuerliche Vorteile

Der Steuersatz, der im Rahmen der Ertragsbesteuerung erhoben wird, liegt bis zum Jahre 2013 bei 4 %. Danach erhöht sich der Steuersatz auf 5 %. 

Da Madeira zum portugiesischen Hoheitsgebiet zählt, ist das im Jahre 1980 abgeschlossene Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Portugiesischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen anwendbar.

Bei Dividendenausschüttungen ins Ausland wird keine Quellensteuer erhoben. Soweit eine auf Madeira registrierte Gesellschaft einer in der EU ansässigen Muttergesellschaft Gewinne an diese ausschüttet, sind diese Ausschüttungen im Regelfall steuerfrei. Die Mutter-Tochter-Richtlinie (Richtlinie 90/435/EWG des Rates über das gemeinsame Steuersystem der Mutter- und Tochtergesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten) findet Anwendung.

Das deutsche Außensteuergesetz ist anwendbar, da die Madeira Freihandelszone als Niedrigsteuergebiet im Sinne des AStG gilt. Handelt es sich bei der ausgeübten Tätigkeit jedoch um eine „aktive“ geschäftliche Tätigkeit im Sinne von § 8 AStG, entfaltet die Deutsche Hinzurechnungsbesteuerung keine Wirkung. Allerdings kann die Finanzverwaltung in Deutschland beim ausländischen Finanzamt eine Ansässigkeitsbescheinigung beantragen, um sicherzustellen, dass es sich bei der Auslandsgesellschaft nicht um eine Zwischengesellschaft im Sinne des AStG handelt.

Im Gegensatz zu den Kanaren ist Madeira umsatzsteuerrechtlich nicht als „Drittland“ anzusehen, sondern zählt auch in Bezug auf die Umsatzsteuer zum Gemeinschaftsgebiet.

 


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Erwerb von Immobilien durch eine ausländische Kapitalgesellschaft

 


Immobilienerwerb in Deutschland durch eine ausländische Kapitalgesellschaft
Für eine ausländische Kapitalgesellschaft, die beabsichtigt Immobilien in Deutschland zu erwerben, könnten die nachfolgenden Ausführungen interessant sein. Voraussetzung ist, dass die ausländische Kapitalgesellschaft mit einer deutschen Kapitalgesellschaft vergleichbar ist.


Art der Einkünfte in Deutschland

Eine deutsche Kapitalgesellschaft mit Sitz und Verwaltung außerhalb von Deutschland ist beschränkt körperschaftsteuerpflichtig und zwar mit ihren deutschen Einkünften. Das ergibt sich aus §§ 2, 8  Abs. 1 KStG in Verbindung mit § 49 EStG.

Wenn eine ausländisches Kapitalgesellschaft vor dem Jahre 2009 Immobilien in Deutschland vermietete und hier keine Betriebsstätte unterhielt, zählten die erzielten Einkünfte zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Seit dem 1. Januar 2009 hat sich das deutsche Steuerrecht geändert. Nunmehr werden aufgrund von § 49 Abs. 1 Nr. 2 f. EStG gewerbliche Einkünfte fingiert.

Diese Fiktion ist aber nur für das deutsche Steuerrecht maßgeblich, nicht jedoch für Doppelsteuerungsabkommen, die Deutschland mit anderen Ländern abgeschlossen hat. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bleiben Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen im Sinne von Artikel 6 des OECD-Musterabkommens, wenn das Doppelbesteuerungsabkommen eine vergleichbare Regelung enthält.


Einkommensermittlung

In Bezug auf das deutsche Steuersystem werden Einkünfte einer ausländischen Kapitalgesellschaft aus Vermietung und Verpachtung wie gewerbliche Einkünfte behandelt. Aus diesem Grunde muss die Einkommensermittlung dem § 4 EStG entsprechen. Das bedeutet, wenn eine Buchführungspflicht für das Unternehmen besteht, hat es am Ende des Jahres auch eine Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu erstellen. Sofern diese Verpflichtung nicht besteht, genügt eine Einnahme-Überschussrechnung im Sinne des § 4 Abs. 3 EStG. Ob eine Buchführungspflicht besteht, ist nach § 141 AO abhängig von der Höhe des Umsatzes und des Gewinns. Wenn der Umsatz höher als 500.000 Euro ist oder der Gewinn 50.000 Euro übersteigt, besteht die Verpflichtung zur Führung von Büchern.


Steuern und Steuerbelastung

Körperschaftsteuer
Nach § 23 KStG beträgt die Körperschaftsteuer 15%. Hinzu kommt eine Belastung durch den Solidaritätszuschlag in Höhe von ca. 0,83% (5,5% der Körperschaftsteuer), so dass sich eine Ertragssteuerbelastung von rund 16% ergibt.

Gewerbesteuer
Nach § 2 Abs. 1 Satz 3 GewStG muss eine ausländische Körperschaft keine Gewerbesteuer zahlen, wenn sie über keine Betriebsstätte in Deutschland verfügt. Grundstücke, die der Gesellschaft gehören, zählen in Bezug auf das deutsche Steuersystem oder das OECD-Musterabkommen nicht als Betriebsstätte.

Umsatzsteuer
§ 4 Nr. 12 UStG enthält für Umsätze aus der (langfristigen) Vermietung von Immobilien eine Befreiung von der Umsatzsteuer. Es besteht jedoch nach § 9 UStG unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit zur Umsatzbesteuerung zu optieren.

Grunderwerbsteuer
Der Käufer einer Immobilie hat in Deutschland einmalig Grunderwerbsteuer zu zahlen. Bemessungsgrundlage ist der Verkaufspreis. Die Höhe des Steuersatzes ist davon abhängig, wo sich das Grundstück befindet.

Grundsteuer
Der Eigentümer einer Immobilie in Deutschland wird mit Grundsteuer belastet, deren Höhe davon abhängig ist, in welcher Gemeine das Grundstück liegt.



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